Das Gesamtkonzept

Das Therapeutische Internat Sternstunden-Mattisburg am Chiemsee vereint eine vollstationäre Jugendhilfeeinrichtung mit einer Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung und bietet damit ein in Deutschland einzigartiges Konzept.  

Es umfasst einen Platz für Kinder im Alter von 5 bis 12 Jahren, die durch sexuellen Missbrauch, Misshandlung oder Vernachlässigung traumatisiert wurden, nicht in ihrer Herkunftsfamilie bleiben können und spezialisierte Einrichtungen oder Pflegefamilien (noch) überfordern. 

Das pädagogische Konzept

Die neu aufgenommenen Kinder lernen das „Internat Sternstunden“ als „sicheren Ort“ kennen, hier sind sie vor erneuter Gewalt geschützt.  Auf Kinderrechte, Beschwerde- und Beteiligungsmöglichkeiten und ein umfassendes Schutzkonzept vor erneuten Traumatisierungen wird besonderer Wert gelegt. 

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden regelmäßig durch Fortbildungen zu Themen wie „Begleitung traumatisierter Kinder“, „Psychische Krankheiten“ und „Elternarbeit“ geschult und erhalten kontinuierlich fachliche Beratung zur herausfordernden pädagogischen Arbeit mit traumatisierten Kindern. 

Grundsätzlich gilt, dass das herausfordernde Verhalten der Kinder als Folge furchtbarer Lebensgeschichten verstanden wird. Sie haben einen „guten Grund“ für ihr Verhalten, den die Fachkräfte und die Kinder selbst verstehen lernen müssen.   

Kein Kind wird für auffälliges Verhalten bestraft, da dieses als Ausdruck ihrer Verletzungen verstanden wird. Dieses „ausgehalten werden“ ist die Basis, um die traumatischen Erlebnisse aufarbeiten zu können.  

Die Bezugspersonen der Kinder werden fachlich begleitet und auf ein gewaltfreies Zusammenleben, oder wenn notwendig, auf den Abschied aus ihrer Rolle als Eltern vorbereitet. 

Insbesondere die Bewältigung des Alltags unter liebevoller Betreuung durch die Mitarbeitenden bietet den Kindern die Chance, zur Ruhe zu kommen. Die Aufarbeitung der traumatisierenden Erlebnisse wird durch verschiedene therapeutische und pädagogische Angebote unterstützt. 

Die direkte Zusammenarbeit mit den Lehrkräften der Förderschule ermöglicht es den Kindern, in einem überschaubaren Setting neue Lernerfahrungen zu machen. 

Die pädagogischen und therapeutischen Angebote: 

Entsprechend der individuellen Bedürfnisse jedes Kindes, die in der Therapieplanung Berücksichtigung finden, können unterschiedlichsteTherapieansätze und sozialpädagogische Interventionen kombiniert werden. Die Palette der Möglichkeiten umfasst: 

  • Musiktherapie 
  • Kunsttherapie 
  • Tiergestützte Therapie 
  • Psychotherapie 
  • Traumatherapie 
  • Traumapädagogik 
  • Sexualpädagogik 
  • Lebenspraktisches Training 
  • Elternarbeit 
  • Individuelle Beschulung in Kleinstgruppen 
  • Nutzung der Angebote in der Umgebung (Kinder- und Jugendpsychiatrie, Sportvereine, Musikvereine, etc.) 
  • Spieltherapie
  • Erlebnispädagogik
  • psychoanalytische Pädagogik